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Was Online-Händler in puncto Digitales Marketing beachten sollten

Bild: © Rawpixel - Fotolia.com

Aufgrund der stetig steigenden Nachfrage und des zunehmenden Konkurrenzdrucks spielt das Thema Digitales Marketing im E-Commerce eine kritische Rolle. Im Folgenden fünf Planungs- und Strategietipps, die Online-Händler in diesem Jahr beachten sollten.

Inzwischen kaufen rund neun von zehn Internetnutzern, 70 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahre, online ein. 39 Prozent davon tun es sogar regelmäßig. Allein im vergangenen Jahr haben etwa 15 Millionen Bundesbürger Lebensmittel im Internet gekauft, eine Verdreifachung gegenüber 2011. Das sind aktuelle Zahlen zum deutschen E-Commerce-Markt, die der Branchenverband BITKOM kürzlich veröffentlichte. Sie zeigen eindrucksvoll, dass der Online-Handel boomt.

Im Zuge des stetig steigenden Interesses seitens der Internetnutzer sind moderne Online-Shop-Systeme á la Shopify stark im Kommen. Sie versetzen den Otto-Normal-Händler in die Lage, seine Waren und Dienstleistungen einfach im Web zu vermarkten. Diese extrem niedrigen Eintrittsbarrieren machen das Thema Digitales Marketing wiederum zu einem Schlüsselfaktor. Denn ein günstiges, qualitativ hochwertiges oder einzigartiges Produkt reicht im heutigen, hart umkämpften Online-Handel nicht mehr aus, um sich hier erfolgreich zu positionieren. Dabei verleihen soziale Netzwerke und die zunehmende Verbreitung mobiler Endgeräte dem elektronischen Warenverkehr eine völlig neue Dynamik. Solche Trends stellen auch die Marketingabteilung von Online-Händlern vor großen Herausforderungen. Was sie bei der Planung für Digitales Marketing in diesem Jahr beachten sollten, erklärt im Folgenden Sebastian Fleischmann, Sales Director bei Oracle Marketing Cloud.

1. Analysieren Sie Kaufabbrüche und sprechen Sie den Kunden gezielt an

Wie der Marketing-Experte aus Erfahrung weiß, sind Daten aus abgebrochenen Einkäufen äußerst hilfreich, um zu verstehen, warum kurz vor Kaufabschluss doch die Entscheidung gegen ein Produkt fällt. “Kunden können damit durch die gezielte Nutzung von E-Mails oder Push-Nachrichten auf ergänzende oder alternative Produkte hingewiesen werden”, so Fleischmann. “Entscheidend jedoch ist hier, mit schnell zugestellten und vor allem individualisierten Angeboten zu reagieren. Der Dialog zum und vor allem mit dem Kunden ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg”. In diesem Zusammenhang können moderne Marketing-Plattformen, Analytics-Tools für Web, Social und Mobile, sowie spezielle Newsletter-Tools wertvolle Dienste leisten.

2. Verbessern Sie situationsbezogene Nutzererfahrung

In den kommenden Jahren wird der Anteil mobiler Geräte am weltweiten Datenverkehr weiter klettern. Viele Marken haben ihr Augenmerk stark auf die Nutzung mobiler Endgeräte verlagert. Entscheidend ist dabei jedoch die Tatsache, dass es klare Unterschiede in der Nutzung gibt. Während Smartphones überwiegend dazu genutzt werden, sich schnell über die Lage eines Geschäftes zu informieren oder Infos zu einem Produkt abzurufen, suchen Kunden auf einem Tablet dagegen eher nach Produkten, lesen E-Mails und Newsletter, vergleichen Preise und sehen sich Produktrezensionen an. Fleischmann: “Dies muss bei der Erstellung von entsprechenden Inhalten unbedingt berücksichtigt werden. Um optimal die Bedürfnisse der Kunden zu adressieren, müssen Inhalte nicht nur auf das Gerät angepasst sein, sondern auch auf die jeweilige Situation hin optimiert werden”.

3. Entwickeln Sie eine „Webrooming“-Strategie

Die wachsende Nutzung von Smartphones und Tablets sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele Einkäufe nach wie vor im stationären Handel erfolgen. Kunden wollen einen Artikel anfassen und mit eigenen Augen betrachten, bevor dieser erworben wird. Im Marketing-Trendland USA wird inzwischen eine deutliche Entwicklung zum sogenannten “Webrooming” beobachtet: Kunden informieren sich zunächst online, um das Produkt später im Laden zu überprüfen und zu kaufen. Wie der Oracle-Experte erklärt, sollten sie dieses Wissen nutzen und zwischen dem Einsatz mobiler Geräte und ihren Filialen Brücken schlagen. So können Tablets zum Beispiel als E-Kiosk im Showroom eingesetzt oder Rabatte in Form von QR-Codes akzeptiert werden. Dadurch soll ein umfassendes Einkaufserlebnis für den Kunden geschafft werden. Individualisierte Kommunikation mit Kunden sei auch hier der Schlüssel zum Erfolg. “Der Händler, der um die Bedürfnisse seines Kunden weiß, ist klar im Vorteil” bringt es Fleischmann auf den Punkt.

“Der Händler, der um die Bedürfnisse seines Kunden weiß, ist klar im Vorteil” bringt es Sebastian Fleischmann, Sales Director bei Oracle Marketing Cloud, auf den Punkt.
“Der Händler, der um die Bedürfnisse seines Kunden weiß, ist klar im Vorteil” bringt es Sebastian Fleischmann, Sales Director bei Oracle Marketing Cloud, auf den Punkt.

4. E-Mail-Marketing und Social Media verstärkt nutzen

Ein weiterer Tipp, den der Marketing-Spezialist aus dem Hause Oracle parat hat, betrifft die Kampagnen-Planung. Dabei sollte individualisierte Kommunikation mit den Kunden an erster Stelle stehen. “Je besser das Kundenverhalten verstanden wird, desto präziser kann die Ansprache auch erfolgen. Verstärkt auf die Nutzung sozialer Medien zu achten, ist hierbei ein Weg mit dem Kunden in Dialog zu treten und wirkt sich gleichzeitig positiv auf die Kundenbindung aus”, so Fleischmann. Wer auf praktische Web-Tools für Social Media Marketing zurückgreift, ist hier klar im Vorteil. Denn sie bieten die passenden Werkzeuge an, um den Kundendialog im sozialen Zeitalter effizient zu fördern.

5. Ganzheitliches Planen ist das A und O

Marketer seien schließlich gut beraten, ihre Datenanalysen aus vergangenen Kampagnen konsequent zu nutzen, um das Verhalten ihrer Kunden zu erkennen und besser zu verstehen. Dabei sollten sie laut Fleischmann Suchabfragen in ihrem Shop, Auswertungen über abgebrochene Warenkörbe und selbstverständlich auch direkte Kundenanfragen berücksichtigen. Auch die technischen Voraussetzungen sollten bei der Kampagnenplanung nicht außer Acht gelassen werden. Waren sie in vergangenen Kampagnen ausreichend? Oder müssen sie zu Hochzeiten, etwa beim Weihnachtsgeschäft, mit zusätzlichen Services oder Kapazitäten ergänzt werden? Nicht zuletzt müsse das Nutzungsverhalten bei verschiedenen Geräteklassen berücksichtigt werden.