Im Management

OKRs als agile Leadership Methode

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Mit Google's agiler Führungsmethode richtig Ziele setzen, priorisieren und abgestimmt arbeiten. Welche Tools bringen „Objectives and Key Results“ ins Tagesgeschäft?

Neu sind „Objectives and Key Results“, in Kurzform auch OKRs genannt, nicht. Seit 1999 stellten sie zunächst ein rein internes Management-Werkzeug beim Chiphersteller Intel und dessen Gründer Andy Grove dar.

Die wirkliche Renaissance der „Objectives and Key Results“ erfolgte dann durch Google. Hier sind die „Objectives and Key Results“ bis heute ein fester Bestandteil der unternehmerischen DNA. Seit ca. vier Jahren wird das Thema der agilen Führung mithilfe von OKRs in Blogbeiträgen, Anleitungen und Präsentationen vermehrt thematisiert.

Die gute Nachricht: Die Methode ist recht simpel. Die schlechte Nachricht: so simpel dann auch wieder nicht.

OKR als Leadership-Methode zu verwenden, ergibt durchaus Sinn, da sie klare Regeln zur Erstellung und Abstimmung, wie zum Beispiel messbare Key Performance Indicators, KPIs, und eine zeitliche Regelmäßigkeit enthalten.

Eine Ordnung also, die nicht nur jungen, schnell wachsenden Firmen hilft, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, sondern auch beim klassischen Mittelstand für einen veränderten Managementstil sorgen kann.

Viele Unternehmer die sich selbst ein Bild von OKRs machen wollen, landen häufig bei einem YouTube-Mittschnitt einer Google Venture-Veranstaltung. Dort erklärt Rick Klau die grundsätzliche Technik anhand des Beispiels des Gewinns einer American Football-Meisterschaft.  

Da das Video selbst sehr langatmig ist, fasse ich die Grundregeln von OKRs wie folgt zusammen:

„Mit OKRs bricht man quartalsweise die umsetzbaren Teilschritte der Strategie agil bis auf Team- und Mitarbeiterebene herunter. Vollständig transparent einsehbar und zwischen den Abteilungen abgestimmt. Es gibt maximal fünf Objectives und jeweils vier Key Results, denn man soll sich auf das Wichtigste beschränken. Idealerweise bringen auch die Mitarbeiter Meilensteine und messbare Ziele ein.“

So weit, so gut. Aus eigener Berater-Erfahrung und Gesprächen mit Geschäftsführern, die zunächst selbst versucht haben, OKRs in ihrem Unternehmen einzuführen, treten aber bald folgende Herausforderungen auf:

  • Wie kann der Gewinn der Football-Meisterschaft nun konkret auf die eigene Firma übertragen werden?
  • Wie schaffen man es alle Aktivitäten in OKRs abzubilden?
  • Muss man wirklich alles messbar machen?
  • Wie geht man mit Umsatzzielen um?
  • Wie arbeitet man während des Quartals mit OKRs?

Was ist also bei der Einführung und Anwendung von ORKs noch zu beachten?

  1. Es muss einen sauber formulierten und belastbaren strategischen Überbau geben, aus dem sich die OKRs ableiten lassen.
  2. Es müssen regelmäßig die tatsächlichen Prioritäten aus dem Tagesgeschäft, den Projekten und den strategischen Themen extrahiert werden.
  3. Oft denkt man zu „aufgabengetrieben“, dabei geht es bei OKRs mehr um die zu erreichenden Resultate, also den Output. Die Herausforderung ist es, diese verständlich und messbar zu formulieren
  4. Umsatz immer nur ein Resultat von vielen bereits erfolgten Erfolgstreibern. Es gilt diese herauszuarbeiten und klar zu formulieren, wie man auch in diesem Blogbeitrag nachlesen kann. Deshalb sollte man besser den Output in Bezug auf die Erfolgstreiber in den OKRs formulieren, anstatt die Umsatzziele.
  5. OKRs müssen sauber und vollumfänglich ins Tagesgeschäft und in Meetings integriert werden.

Bei OKRs geht es wie bei allen anderen Prozessen und Methoden um die Akzeptanz und das Mindset in der Firma beziehungsweise in den Teams. Erfahrungsgemäß finden Mitarbeiter die Möglichkeit, sich mit OKRs einzubringen, gut.

Wichtig ist außerdem auch eine saubere Einbindung von OKRs ins Tagesgeschäft. Hier können Tools helfen, dass man sich während des Quartals regelmäßig mit der in den OKRs formulierten Essenz an Prioritäten beschäftigt und sich auch über Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Abteilungen bewusst ist. Auch die Bewertung und der Status der messbaren Key Results wird in den Tools dargestellt.

Welche Tools werden am meisten für OKRs genutzt? Hier ist eine Übersicht –darunter befinden sich auch Tools und SaaS-Lösungen, die speziell für OKRs entwickelt wurden.

Objectives and Key Results sind mittlerweile eine feste Größe in der Digitalen Wirtschaft und eignen sich auch für den klassischen Mittelstand. Sie tragen bei richtiger Anwendung definitiv dazu bei, dass sich die gesamte Belegschaft abgestimmt und transparent um die wesentlichen Themen kümmert, die zur Erfüllung der strategischen Ziele führen. 

Dies ist ein Gastbeitrag der OKR-Beratung albright.