Im Management

Marktübersicht: Soziale Netzwerke für Unternehmen im Vergleich

Soziale Netzwerke für Unternehmen sind in den Augen vieler Experten die Zukunft von Business-Collaboration. Dabei stehen Kommunikation, Wissensaustausch und effektive Zusammenarbeit im Fokus. Im Folgenden eine Vorstellung leistungsfähiger Social-Enterprise-Tools, von denen KMUs profitieren können.

Social-Enterprise-Lösungen stellen soziale Netzwerke für Unternehmen dar. Sie bieten nützliche Features in den Bereichen Kommunikation, Collaboration und Produktivität an, mit denen Firmen, egal welcher Branche oder Größe, die tägliche Arbeit effizienter organisieren und die Zusammenarbeit im gesamten Unternehmen oder innerhalb von Fachabteilungen beziehungsweise Projekt-Teams optimieren können. Sie werden in der (öffentlichen oder privaten) Cloud betrieben und verfügen meist über mobile Apps, die Flexibilität und Mobilität im Betrieb fördern. Darüber hinaus stellen so gut wie alle etablierten Anbieter nahtlose Integrationsmöglichkeiten mit populären Online-Diensten und Business-Anwendungen zur Verfügung. Ein weiteres, zentrales Merkmal dieser Plattformen ist, dass die Optimierung der Mitarbeiterkommunikation durch den Einsatz von Features, die man aus Twitter, Facebook und Co. kennt, im Vordergrund steht.

Im Folgenden stellen wir einige interessante Social-Enterprise-Plattformen für kleine und mittelständische Unternehmen vor, die im Freemium-Modell angeboten werden und auf Deutsch verfügbar sind. Neben weit verbreiteten Systemen aus den USA wie Chatter und Yammer, die in diesem zukunftsträchtigen Marktsegment den Ton angeben, werden auch leistungsstarke Alternativen aufgeführt, die in der deutschen Cloud laufen und den Vergleich mit den US-Schwergewichten nicht scheuen müssen.

Yammer

Der 2008 in San Francisco gestartete Online-Service Yammer hat den Begriff “Enterprise Social Network” stark mitgeprägt und gilt als Pionier in diesem Bereich. Die 2012 durch Microsoft erfolgte Übernahme dieses Startups (für über eine Milliarde Dollar) stellt einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des Social-Enterprise-Marktes dar.

Highlights: Mithilfe der Plattform können Firmen ein internes soziales Netzwerk einrichten, das die Kommunikation und den Wissensaustausch unter allen Mitarbeitern fördern soll. Neben typischen Collaboration-Funktionen wie Kommentare, gemeinsames Dokumenten-Management und Chats, die man schon aus “Enterprise 2.0”-Anwendungen kannte, übernimmt Yammer die Nutzerprofile, News-Feeds und Status-Updates aus Facebook, sowie Features wie “Folgen” und “Hashtags” aus Twitter. Ein Vorteil von Yammer sind die zahlreichen und vielfältigen Integrationsmöglichkeiten. Besonders beliebt sind dabei die Integrationen mit populären Microsoft-Produkten wie etwa SharePoint Online und Office 365.

Mobile: Die Software wartet mit zahlreichen Apps auf, die für alle wichtigen Mobile-Plattformen, sprich iOS, Android, Windows Phone und Blackberry, verfügbar sind.

Preismodell: Wie in diesem Marktsegment üblich, wird Yammer im Freemium-Modell angeboten. Die Standard-Features sind also kostenlos verfügbar. Wer weiterführende Support-Leistungen und professionelle Sicherheits- und Nutzerverwaltungs-Tools braucht, der muss die “Enterprise Network”-Version abonnieren. Kostenpunkt: Drei Dollar pro User und Monat. Darüber hinaus kann man Yammer zusammen mit Office 365 beziehungsweise mit SharePoint Online erwerben.

Chatter

Chatter wird vom SaaS-Pionier Salesforce.com angeboten und zählt neben Yammer zu den populärsten Social-Business-Lösungen aus den USA. Es adressiert sowohl kleine als auch große Unternehmen mit mehreren Tausend Mitarbeitern. Wie nicht anders zu erwarten, lässt sich das Tool vollständig in der Salesforce-Cloud mit weiteren Business-Anwendungen integrieren.

Highlights: Was die Kernfunktionalität angeht, gibt es zwischen Yammer und Chatter keine großen Unterschiede. So steht bei der Salesforce-Lösung auch die Frage “Woran arbeiten Sie gerade?” im Mittelpunkt. Nutzerprofile, Arbeitsgruppen, Projekte und Dokumenten spielen hier ebenfalls eine zentrale Rolle. Die Software stellt eine ganze Reiche professioneller Features bereit, mit denen man solche Informationen verwalten kann. Aktivität-Streams mit den Status-Updates der Kollegen gehören auch zum Standardrepertoir von Chatter. Für eine deutliche Differenzierung sorgen einige interessante Features, die man bei vielen Konkurrenzprodukten nicht findet. Dazu zählt etwa die Möglichkeit, Abstimmungen durchzuführen, sodass jedes Teammitglied seine Meinung über ein bestimmtes Thema äußern kann.

Mobile: Im Bereich Mobile ist Chatter nicht so flexibel wie Yammer. Nur iOS- (Download) und Android-Anwender (Download) werden mit nativen Apps bedient. Diese sind allerdings nicht speziell für Chatter konzipiert, sondern für die gesamte Salesforce1-Plattform.

Preismodell: Die Standard-Version von Chatter ist kostenlos verfügbar. Wer sich neben den Must-Have-Funktionen auch CRM-Tools und mehr Anpassungsmöglichkeiten wünscht, der kann auf Chatter Plus zurückgreifen. Der Preis für diese Edition beträgt 15 Euro pro Anwender und Monat (bei jährlicher Abrechnung).

Socialcast

In den letzten Jahren haben Yammer und Chatter, die nach eigenen Angaben jeweils über 200.000 Firmen zu ihren Kunden zählen, kräftige Konkurrenz bekommen. Eine anspruchsvolle Lösung der Enterprise-Klasse, die den Vergleich mit diesen Schwergewichten auf keinem Fall scheuen muss, ist Socialcast. Die Lösung wird vom Virtualisierungsspezialisten VMware angeboten.

Highlights: Mit der Software können Unternehmen interne Communities aufbauen, die sich leicht nach eigenen Anforderungen anpassen lassen. So kann man zum Beispiel das Look-and-Feel der Anwendung an das eigene Firmendesign anpassen. Ferner können IT-Administratoren selbst entscheiden, welche Features bei welchen Nutzergruppen freigeschaltet werden sollen und welche nicht. Im Bereich Collaboration wartet das Programm mit der Möglichkeit auf, externen Stakeholdern des Unternehmens Zugang zum System zu gewähren. Ein umfangreiches Featureset rund um Projekt-, Dokumenten- und Wissensmanagement rundet das Funktionsspektrum von Socialcast ab.

Mobile: Socialcast bietet nicht nur native Apps für iOS (Download) und Android (Download) – diese sind bei sozialen Netzwerken für Firmen mittlerweile ein absolutes Muss –, sondern auch eine Web-basierende Mobile-App für Blackberry an.

Preismodell: Teams mit bis zu 50 Mitgliedern können die Basic-Features kostenlos einsetzen. Größere Unternehmen beziehungsweise Kunden, die auf weiterführende Features und Integrationsmöglichkeiten nicht verzichten wollen, können aus drei kostenpflichtigen Editionen auswählen. Der für Firmen des gehobenen Mittelstands mit bis zu 1000 Mitarbeitern konzipierte Tarif schlägt mit 1,25 Dollar pro User und Monat zu Buche.

Communote

Wer aus Sicherheits- und Datenschutzgründen lieber eine lokale Social-Enterprise-Lösung einsetzen möchte, der findet auf dem deutschen Cloud-Markt viele professionelle Dienste. Dazu zählt Communote, eine leistungsfähige Social-Intranet-Plattform, die aus Dresden stammt und den Vergleich mit den führenden Tools aus Amerika standhalten kann.

Highlights: Dabei handelt es sich um eine umfassende, auf Java-Enterprise basierende Plattform, die den transparenten Informationsaustausch im Unternehmen in den Mittelpunkt stellt. So können Mitarbeiter Kurznachrichten an Kollegen senden und gemeinsame Notizen bequem erstellen. An diese können User beliebige Dateien anhängen – Bilder und Youtube-Videos werden inline angezeigt. Mithilfe des zentralen Aktivitäts-Streams bleibt man über aktuelle News und wichtige Updates der Kollegen stets auf dem Laufenden. Nützlich: Aufgaben, Notizen und Status-Updates lassen sich bequem kommentieren. Als einfache Feedback-Funktion steht Anwendern zudem das aus Facebook bekannte Like-Feature zur Verfügung.

Mobile: Im Bereich Mobile punktet das System mit nativen Apps für iOS und Android, die in Sachen Usability und Benutzererfahrung einen guten Eindruck machen.

Preismodell: Für bis zu zehn Nutzer fallen für die Nutzung von Communote keine Gebühren an. Die Preise für die kostenpflichtigen Tarifen richten sich nach der Anzahl der aktiven Nutzer. Sie fangen bei 200 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer im Monat an – mit Unterstützung für bis zu 100 Nutzer.

Coyo

Eine weitere deutsche Softwareschmiede, die das Thema Social Media ins Unternehmen bringt, ist Mindsmash aus Hamburg. Ihre Yammer-Alternative heißt Coyo. Das Produkt vereint Produktivitäts-Apps rund um Projekt- und Aufgaben-Management und die sozialen Features, die man aus Twitter, Facebook und Co. kennt, in einer umfangreichen Software-Suite, die als zentrale Informationsdrehscheibe im Unternehmen dient.

Highlights: Die Software kann als reines soziales Intranet, interne Community oder auch als umfängliche Projektplattform eingesetzt werden. Das Ziel bleibt immer gleich: Die Zusammenarbeit mit Kollegen, Kunden und Business-Partnern durch den Einsatz integrierter Produktivitäts- und Kommunikations-Tools zu optimieren. Dazu bietet Coyo die Möglichkeit, virtuelle Arbeits- und Projekträume anzulegen und flexibel nach eigenen Anforderungen zu gestalten. So können Administratoren dieser so genanten “Workspaces”, je nach Einsatzszenario, nur die Tools aktivieren, die sie wirklich für ihre Arbeit benötigen. Das App-Angebot ist dabei breitgefächert und reicht von einfachen Blogs und RSS-Feeds, über Task-Manager und Wikis bis hin zu umfassenden Projekt-Dashboards. 

Mobile: Ein Nachteil von Coyo gegenüber den anderen Produkten, die in diesem Beitrag vorgestellt wurden, besteht darin, dass hier keine nativen Apps für Smartphones und Tablets angeboten werden. Unterwegs können Nutzer zwar auf ein für Mobile-Browser optimiertes Frontend-System zurückgreifen. Doch im Vergleich zu den hochwertigen Apps von Yammer, Chatter und Co. lässt dieser Ansatz in Sachen Usability und Benutzererfahrung viel zu wünschen übrig.

Preismodell: Die Preise für die Business-Edition, die in der deutschen Cloud läuft, basieren, ähnlich wie bei Communote, auf Nutzer-Paketen. Sie bewegen sich zwischen 200 Euro (maximal 50 Anwender) und 5.000 Euro (maximal 2.500 Anwender) monatlich.