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Dropbox, iDrive, MozyPro: Automatisierte Datensicherung in der Cloud

Mithilfe moderner Online-Backup-Dienste können Firmen Datensicherungsprozesse auf einfache Weise automatisieren.

Lokale Sicherungskopien auf externen Laufwerken oder Festplatten können im schlimmsten Fall, zum Beispiel bei Naturkatastrophen, zusammen mit den Originalen verloren gehen. Aus diesem Grund klonen Firmen oft die lokalen Sicherungskopien und bringen sie in externe Systeme außerhalb des eigenen Büros in Sicherheit. FTP-Server dienen dabei häufig als Ablageort für externe Backups. Durch den Einsatz moderner Cloud-Backup-Lösungen lassen sich diese Prozesse deutlich vereinfachen und größtenteils automatisieren. Vor diesem Hintergrund sind Online-Backup-Dienste stark im Kommen. Denn sie bieten sowohl Privat- als auch Business-Anwendern einen besonders einfachen Weg, wichtige Dateien sicher und automatisch in der Cloud zu lagern. Darauf kann man dann vom Desktop-PC, aber auch vom Smartphone oder Tablet bequem zugreifen.

Im Folgenden werde verschiedene Cloud-Backup-Lösungen vorgestellt, die speziell für kleine und mittlere Unternehmen konzipiert sind. Sie eigenen sich sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Anwender, die auf Pro-Features individuelle Konfigurationsmöglichkeiten nicht verzichten wollen.

iDrive

Bei iDrive handelt es sich um eine weitverbreitete US-Lösung, mit der kleine und mittelständische Firmen PC-Arbeitsplätze, Server, sowie NAS-Geräte in der Cloud sichern können. Ein Vorteil für sicherheitsbewusste Anwender: Die Daten werden vor dem Hochladen auf dem eigenen Rechner verschlüsselt. Auf dem Desktop macht der leichtgewichtige Backup-Client einen guten Eindruck. Mithilfe des integrierten “Backup-Scheduler” kann der User spezifizieren, an welchen Tagen und um welche Uhrzeit der Backup-Prozess gestartet werden soll. So kann man während der Arbeitszeit die verfügbare Internet-Bandbreite voll ausschöpfen, und die Backup-Prozesse am Abend laufen lassen, wenn das Büro leer ist.

Unterstützte Plattformen: iDrive bietet einen nativen Desktop-Client, der mit Windows, Windows Server und Mac OS X kompatibel ist. Mit iOS, Android und Windows Phone bietet der Service gleichzeitig Unterstützung für die wichtigsten Mobile-Plattformen.

Preismodell: Von der Lösung können sowohl Privatanwender als auch Business-Kunden protofiteren. Die Version für Unternehmen kostet ab rund 50 Dollar pro Jahr. Der günstigste Plan stellt 250 Gigabyte Storage-Kapazität bereit.

Mozy Pro

Mozy Pro verspricht Sicherheit der Enterprise-Klasse in europäischen Rechenzentren mit “militärtauglicher Verschlüsselung”. Wie der Anbieter erklärt, werden die Daten, ähnlich wie bei iDrive, lokal verschlüsselt, bevor sie über eine sichere SSL-Verbindung übertragen werden. Als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme können Nutzer zwischen einem Standard- und einem persönlichen Schlüssel wählen. Das soll sicherstellen, dass nicht einmal die Mozy-Mitarbeiter die Kundendaten einsehen können. Was die Funktionalität angeht, arbeitet das Programm mit inkrementellen Backups. Nach der ersten Sicherung werden nur neue und geänderte Dateiabschnitte gespeichert, sodass Bandbreite und Speicherplatz eingespart werden kann. Ein weiterer Vorteil: Mit der Anwendung lassen sich sowohl automatische Backups, die immer dann erfolgen, wenn der Rechner nicht aktiv verwendet wird, als auch geplante Backups, die täglich, wöchentlich oder monatlich automatisch durchgeführt werden können.

Unterstützte Plattformen: Mozy Pro unterstützt Windows, Windows Server und Mac OS X. Im Bereich Mobile ist die Lösung mit iOS und Android kompatibel.

Preismodell: MozyPro richtet sich an KMUs, die auf der Suche nach einer günstigen Backup-Lösung sind. Für knapp acht Euro im Monat bekommt man zehn Gigabyte Speicherplatz in der Cloud zur Verfügung gestellt. Wer mehr Storage braucht, kann jederzeit einen anderen Tarif wählen.

Cloudly

Bei Cloudly handelt es sich ebenfalls um eine moderne Backup-Lösung für Privatanwender und kleine Unternehmen, die aus Österreich stammt und Online-Backups in Echtzeit erstellt. Nachdem der Backup-Client auf dem Rechner installiert wurde, müssen Anwender die Ordner auswählen, die sie automatisch sichern möchten. Dabei lassen sich beliebige Ordner auf lokalen Festplatten auswählen. Einmal konfiguriert leistet die Applikation ihren Dienst unauffällig im Hintergrund. Der Backup-Prozess erfolgt im Prinzip vollständig automatisch. Bei Bedarf kann man aber selbst entscheiden, wann dieser gestartet werden sollte. Das ist beispielsweise nützlich, wenn man seine Internetverbindung am Tag nicht unnötig belasten möchte. In dem Fall können User das Programm so einstellen, dass die Sicherungskopien erst am Abend gemacht werden. Hinzu kommen Cloud-Sync-Funktionen, die ein einfaches File-Sharing mit Kollegen, sowie den weltweiten Zugriff auf die Daten ermöglichen.

Unterstützte Plattformen: Cloudly konkurriert mit Mozy Pro auf denselben Plattformen, sprich Windows, Mac OS X, iOS und Android.

Preismodell: Der Dienst bietet ein flexibles Preismodell, das verschiedene Einsatzszenarien berücksichtigt und Firmen verschiedener Größe adressiert. Die Preise für das Komplettpaket, das alle angesprochenen Backup- und Cloud-Sync-Funktionen enthält, fangen bei knapp zehn Euro im Monat an.

Carbonite Business

Eine weitere, in der Praxis bewährte Datensicherungslösung ist Carbonite Business. Der aus Boston stammende Cloud-Dienst wartet mit einem modernen Web-Dashboard auf, wo Administratoren individuelle Backup-Strategien festlegen und sämtliche Backups zentral verwalten können. Das System kann zudem mit detaillierten Reports und automatischen Benachrichtigungen punkten. Damit können IT-Administratoren die Nutzung der Lösung und die Aktivitäten der Anwender auf einfache Weise überwachen.

Unterstützte Plattformen: Der leichtgewichtige Desktop-Client, der die Dateien in die Cloud hochlädt, ist nicht nur für Windows und Mac OS X, sondern auch für Unix-Maschinen (Linux, Solaris) verfügbar. Im Bereich Mobile unterstütz der Dienst neben iOS und Android auch Blackberry-Geräte.

Preismodell: Die Pro-Version, die für KMUs geeignet ist, die nur Desktop-Arbeitsrechner sichern möchten, kostet ab rund 270 Dollar pro Jahr. Wer mit Server-Systemen arbeitet und Datenbanken und Anwendungen managen möchte, der muss ab rund 800 Dollar pro Jahr auf den Tisch legen.

Dropbox for Business

Neben diesen speziellen Backup-Diensten, die sich gezielt auf die professionelle Datensicherung fokussieren, gibt es moderne Cloud-Storage-Dienste wie Dropbox, die im Bereich Online-Backups eine immer wichtigere Rolle spielen. Die bekannte Lösung aus Kalifornien bringt professionelle Backup-Features wie Dateiwiederherstellung und Versionierung, Dokumenten-Management, Cloud-Synchronisierung und Collaboration auf einen gemeinsamen Nenner. Das Tool erfreut sich nicht nur im privaten Umfeld, sondern zunehmend auch in Unternehmen zunehmender Beliebtheit. So wartet Dropbox für Business mit einfachen File-Sharing-Funktionen und der automatisierten Synchronisierung von Dokumenten über unterschiedliche Plattformen hinweg. Hinzu kommen Funktionen für die effiziente Nutzerverwaltung, die speziell für die IT konzipiert sind.

Unterstützte Plattformen: Als Platzhirsch unter den modernen Cloud-Storage-Diensten ist Dropbox auf allen wichtigen Betriebssystemen vertreten: Windows, Linux, Mac OS X, iOS, Android, Blackberry und Kindle.

Preismodell: Dropbox für Unternehmen kostet ab rund 795 Dollar im Jahr. In dem günstigsten Tarif sind fünf Nutzer enthalten. Jeder zusätzliche User schlägt mit 125 Dollar pro Jahr zu Buche.

Mover

Mover ist im Prinzip keine reine Backup-Lösung wie die anderen Services, die in diesem Beitrag aufgeführt wurden. Die 2012 in Kanada gestartete Lösung kann aber in Sachen automatische Cloud-Backups wertvolle Dienste leisten. Damit lassen sich nämlich beliebige Dateien von einem Cloud-Service zu einem anderen auf einfache Weise migrieren. Das System unterstützt über 20 populäre Cloud-Services wie etwa Google Drive, Dropbox, Box und Microsoft OneDrive. Darüber hinaus können Nutzer mit FTP und WebDAV arbeiten und Storage-Server wie Amazon S3 und Rackspace integrieren. Zunächst müssen die Speicher-Dienste authentifiziert werden, mit denen man arbeiten möchte. Einmal konfiguriert können diese auf dem Web-Dashboard zentral verwaltet werden. Hier punktet die Software mit einem modernen Userinterface, das eine intuitive Bedienung ermöglicht. Anwender können sowohl einzelne Dateien als auch komplette Ordner von einem beliebigen Cloud-Dienst auf einen anderen verschieben. Praktisch: Um regelmäßige Backups zu erstellen, lassen sich Dateien zu einem bestimmten Zeitpunkt von einer Cloud auf eine andere automatisiert übertragen.

Unterstützte Plattformen: Mover läuft im Browser und bedarf keiner lokalen Software-Installation. Ein Client für mobile Endgeräte ist derzeit nicht verfügbar.

Preismodell: Mover adressiert sowohl Endverbraucher, der die Lösung im Heimbereich einsetzen möchten, als auch Firmen. Die Preise für die Business-Version fangen bei 25 Dollar pro Monat an. Im günstigsten Paket sind zehn Gigabyte Speicherkapazität und fünf User enthalten.