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Digitization Story #4 - scireum

In unserer Reihe "Digitization Stories" nehmen wir deutschlandweit Unternehmen in den Fokus, die sich mit den ersten oder weiteren Schritten der digitalen Transformation in ihrem Unternehmen auseinandersetzen. Das Software-Unternehmen scireum GmbH über Situationen, die beim digitalen Arbeiten nicht immer glatt liefen.

 

Wenn alles anders kommt als gedacht

scireum ist mit seiner erst sechsjährigen Geschichte immer noch ein sehr junges Unternehmen, und naturgemäß machen wir daher auch nach wie vor regelmäßig neue Erfahrungen.

Einige interessante Ereignisse mussten wir inzwischen auch schon hinter uns bringen – aber gerade die schwierigsten Herausforderungen waren die, aus denen wir auch am meisten gelernt haben. Eine der für uns mit Sicherheit wertvollsten Lektionen war daher auch eine, die uns mitunter am härtesten auf die Probe stellte.

Stets für eine Herausforderung zu haben

Nachdem wir mit SellSite schon eine Weile erfolgreich am Markt waren, sahen wir uns bereit, unsere Ressourcen zu nutzen, um auch größere Kunden anzugehen. Einer unserer Kunden, ein Großhändler mit einem Jahresumsatz im hohen dreistelligen Millionenbereich, war derart unzufrieden mit seinem damaligen Onlineshop, dass man gezielt mit der Frage auf uns zukam, ob man nicht die gesamte eBusiness-Plattform durch SellSite ersetzen könne.

An sich schon eine Herausforderung für ein so kleines Unternehmen, wie wir es damals noch waren, aber nach einiger Überlegung entschlossen wir uns dafür, das Großprojekt anzugehen.

Wir machten uns im Januar 2014 an die Konzeption und planten für das Gesamtprojekt bis zum Launch des neuen Shops mindestens ein Jahr sowie eine Phase, in der beide Shops parallel laufen würden, um eventuellen Startschwierigkeiten leicht begegnen zu können.

Wenn’s dann plötzlich schnell gehen muss

Nachdem wir bereits eine Weile mit dem Projekt begonnen hatten und soweit auch gut im Zeitplan lagen, kam dann die dicke Überraschung: Uns wurde mitgeteilt, dass unser Großhandelskunde den Vertrag mit seinem Shopdienstleister bereits zum Jahresende hin gekündigt hatte.

Wir sind erst einmal aus allen Wolken gefallen – schließlich bedeutete das, unser neuer Shop musste bereits bis zum 1.1. voll funktionsfähig sein. Einen Shop sollte man jedoch bereits mehrere Monate getestet haben, außerdem sollte es grundsätzlich vermieden werden, den Launch zwischen den Jahren und bei Notbesetzung zu machen.

Für uns hieß es nun, das Riesenprojekt vier Monate eher abzuschließen als ursprünglich geplant. Wer schon einmal an einem so großen Projekt beteiligt war, der kann sich sicher vorstellen, unter welchem Druck wir plötzlich standen. Definitiv die Art von Missverständnis, die man dringend vermeiden sollte.

Ärmel hoch und los

Wir haben also erst einmal die rauchenden Köpfe zusammengesteckt und uns überlegt, wie wir die Implementierung unseres Shops unter diesen neuen Bedingungen dennoch realisieren können – und was uns dabei helfen könnte, dieses nun sehr ambitionierte Projekt zu meistern.

Die Suche nach Hilfsmitteln brachte uns dabei auf das Projektmanagementtool Jira. Wir begannen damit, das gesamte Projekt in sogenannte Milestones aufzuteilen, die es jeweils zu bestimmten Fristen zu erreichen galt. Diese Milestones wiederum bestanden aus zahlreichen Aufgaben, die wir über Jira leicht zuweisen, managen und im Blick behalten konnten.

Ergänzend dazu halfen uns pull requests in GitHub dabei, trotz des Zeitdrucks Flüchtigkeitsfehler zu vermeiden. Durch dieses Vorgehen wurde jede Zeile Code nach einem Vier-Augen-Prinzip erstellt und direkt überprüft.

Viel gelernt, viel optimiert

Durch die Optimierung unserer internen Arbeitsabläufe und natürlich mit einigem Schweiß gelang es uns letztendlich, dem Kunden einen Shop zu liefern, der zum neuen Jahr an den Start gehen konnte – und nicht nur das: man war dort total begeistert vom Ergebnis!

Als strategischer Partner für E-Commerce pflegen wir seitdem eine noch engere Kooperation mit dem Händler und konnten inzwischen einige weitere erfolgreiche Projekte gemeinsam durchführen. Am Ende sind es aber vor allem die Lehren, die wir aus dem Projekt ziehen konnten, die es für uns auch im Nachhinein so enorm wertvoll machen.

Vielen Dank an Michael Haufler von scireum.