Am Kunden

Crowdsourced Innovation – Produktentwicklung zusammen mit Kunden

Bild: © innosabi GmbH

Im Zuge der digitalen Transformation werden nicht nur Produkte oder Dienstleistungen digital. Auch der gesamte Innovations- und Entwicklungsprozess lässt sich mit den richtigen Tools digital und agil gestalten. Schnelle, datengestützte Entscheidungsfindung und Kollaboration mit den relevanten Stakeholdern stehen dabei im Vordergrund.

Häufig entstehen in Entwicklungsabteilungen neue Services oder Produkte dank Erkenntnissen aus dem Vertrieb, dem Marketing und der Marktforschung. In den meisten Fällen passiert dies hinter verschlossenen Türen und unter höchster Geheimhaltung. Diese Vorgehensweise ist oft unumgänglich – doch sieht im starken Kontrast zu den Forderungen und Ansprüchen der digitalen, vernetzten Welt.

Heutzutage erwarten Kunden – sowohl im B2C- als auch im B2B-Umfeld – Transparenz, Gehör für ihre individuellen Bedürfnisse sowie Mitgestaltungsmöglichkeiten. Dies funktioniert in großem Maßstab erst seit dem Aufkommen neuer digitaler Technologien, die die Beteiligung von Kunden in Innovationsprozessen auf Augenhöhe umsetzbar und handhabbar machen. Kurz gesagt: Nicht nur die Produkte werden zunehmend digital, sondern auch der Weg zu diesen.

Das Prinzip Crowdsourced Innovation

Der Ansatz von offenen Innovations- und Entwicklungsprozessen (Open Innovation) ist für viele Unternehmen kein Fremdwort mehr. Dieser findet jedoch stets mit kleinerer Teilnehmerzahl in Form von Workshops oder anderen Offline-Aktivitäten statt. Dank Web 2.0., mobiler Apps und intelligenter Software ist es heute einfacher denn je, Tausende interessierte und motivierte Personen gleichzeitig für eine Zusammenarbeit im Innovationsprozess zu erreichen.

Dieses sogenannte „Crowdsourcing“ revolutioniert Open Innovation und eröffnet Möglichkeiten in viel umfangreicherem Maßstab. Wir nennen dieses Konzept Crowdsourced Innovation.

Was macht Crowdsourced Innovation so erfolgreich?

  1. Die Entwicklung konzentriert sich auf tatsächliche Bedürfnisse der Nutzer und deren Ideen, was zu Angeboten mit einer höheren Chance auf Akzeptanz bei Markteintritt führt.
  2. Durch die Abbildung eines digitalen, agilen Entwicklungsprozesse ähnlich dem der Softwareentwicklung, lassen sich Angebote deutlich schneller konzipieren, testen und auf den Markt bringen.
  3. Gleichzeitig können Unternehmen vielversprechende Projekte in einem sehr frühen Stadium identifizieren und Kosten für weniger aussichtsreiche Projekte einsparen.
  4. Vor allem aber baut Crowdsourced Innovation starke und dauerhafte Kundenbeziehungen auf: Es signalisiert Transparenz und macht eine Marke greifbar, zugänglich und glaubwürdig. Wenn ein Kunde dazu beigetragen hat, ein neues Produkt oder eine Dienstleistung zu schaffen, wird dies als eigener Verdienst und eigenes Projekt wahrgenommen.  

Crowdsourced Innovation in der Praxis

Die erfolgreiche Umsetzung solch offener Strategien in der Praxis bedarf einer strukturierten Herangehensweise und ist oftmals Teil eines umfassenderen Kulturwandels. Dabei gilt es in erster Linie, die bestehende, unidirektionale Kommunikation mit den Kunden in einen partnerschaftlichen Dialog auf Augenhöhe umzuwandeln sowie den Austausch der Kunden untereinander zu ermöglichen.

So entstehen im Idealfall dauerhafte Communities mit intrinsischer Motivation zur Verbesserung von Angeboten oder Unterstützung des Unternehmens. Die richtigen Software-Tools machen es möglich, aus diesen großen Interaktionsnetzwerken unkompliziert relevante Ideen zu identifizieren, die richtigen Personen zu finden, umsetzbare Ergebnisse zu erzielen und das Feedback der Kunden direkt an die richtigen Stellen im Unternehmen zu leiten.

Ausblick

Entwicklungen im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung, wie zum Beispiel Industrie 4.0 oder das Internet of Things, lassen nur erahnen, welch tiefgreifenden Veränderungen uns mittel- und langfristig erwarten.

Unser Verhalten, unsere Bedürfnisse sowie das gesamte gesellschaftliche Zusammenleben werden sich entlang dieser Entwicklungen ebenfalls wandeln. Für Unternehmen ist die Digitalisierung somit bei weitem keine rein technologische Herausforderung, sondern vielmehr eine Frage des aktiven Vernetzens und Verstehens. Crowdsourced Innovation-Methoden und die kollaborative, nutzerorientierte Entwicklung neuer Angebote bieten dafür die passende Grundlage.

Dies ist ein Gastbeitrag der innosabi GmbH.