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App-Economy: Die besten Marketing-Tools für App-Anbieter

In den App Stores von Apple und Google gibt es jeweils über eine Million Apps. Wer sich hier erfolgreich positionieren möchte, braucht nicht nur eine gute App, sondern vor allem auch professionelles Marketing. Mobile-Analytics-Lösungen, die wertvolle Einblicke in die blühende App-Economy liefern, nehmen vor diesem Hintergrund zunehmend an Bedeutung. Ein Überblick.

Wie Apple Anfang des Jahres bekannt gab, haben App-Entwickler 2013 rund zehn Milliarden Dollar im App Store umgesetzt. Apples CEO Tim Cook hat auf der diesjährigen Entwickler-Konferenz in Cupertino weitere Details über die boomende App Store-Wirtschaft enthüllt. Demnach stehen in dem digitalen Marktplatz mittlerweile um die 1,2 Millionen Apps zum Download bereit. 300 Millionen Menschen aus aller Welt besuchen nach Angaben des Jobs-Nachfolgers jede Woche den Store. Insgesamt seien bis dato 75 Milliarden Apps heruntergeladen worden.

Auf seiner eigenen Entwickler-Konferenz, Google I/O, die diese Woche stattgefunden hat, hat der Internetgigant und neuer Apple-Erzrivale Google ebenfalls beindruckende Statistiken präsentiert die helfen, die Dimensionen des mobilen Phänomens besser zu begreifen. Ein paar Beispiele: Die Android-Plattform verzeichnet über eine Milliarde aktive Nutzer (in einem Zeitraum von 30 Tagen) und eine Steigerung der App-Downloads von rund 236 Prozent im Vergleich zum Jahr. Pro Tag machen Android-Anwender sage und schreibe 93 Millionen Selfies, so Google.

Ein neues Produkt in diesem hart umkämpften Markt erfolgreich zu positionieren, ist alles andere als Trivial. Neben technischer Kompetenz, um qualitativ hochwertige Software zu entwickeln, die den gestiegenen Erwartungen der Smartphone-User genügen kann, sind App-Anbieter verstärkt auf professionelles Marketing angewiesen. Denn die Zeiten als man mit einer mittelmässigen App hunderttausende Anwender in kurzer Zeit erreichen konnte, sind längst vorbei. Vor diesem Hintergrund gewinnen professionelle Analytics-Dienste und Lösungen rund um Marktforschung und -Analyse in der boomenden App-Economy immer weiter an Bedeutung.

Im Folgenden stellen wir eine Reihe leistungsfähiger Alternativen vor, von der sowohl kleine als auch große App-Anbieter profitieren können. Viele der aufgeführten Tools sind sogar uneingeschränkt kostenlos nutzbar.

Flurry Analytics

Flurry Analytics ist so etwas wie Google Analytics, aber speziell für App-Publisher. So dient der Dienst aus Kalifornien auch der effizienten Datenverkehrsanalyse, nur nicht von Websites, sondern von Mobile-Apps. Das System bietet Unterstützung für die dominierenden Mobile-Plattformen iOS und Android. Nach der einfachen Integration einer Code-Bibliothek in die eigene App werden wichtige Metriken wie Anzahl der neuen beziehungsweise aktiven User, demographische Merkmale, Conversions, Sitzungen, Herkunft der Anwender, oder ihre Verweildauer auf einzelnen Seiten automatisch erfasst. Diese stehen dann auf dem Web-Dashboard zur Auswertung bereit. Neben diesen allgemeinen KPIs (Key Performance Indicators) bietet Flurry auch die Möglichkeit an, beliebige Benutzerereignisse und App-Events zu protokollieren. Entwickler können die Flurry-Funktionalität nach Belieben in ihren Programmcode einbinden, so zum Beispiel beim Auftreten eines Fehlers oder bei der Registrierung eines neuen Nutzers.

Preismodell: Flurry Analytics ist uneingeschränkt kostenlos nutzbar. Geld verdient der Anbieter mit Advertising-Produkten, die sich an Enterprise-Kunden richten.

Apsalar

Eine nennenswerte Alternative zu Flurry Analytics, die ebenfalls in San Francisco entwickelt wird und mit iOS und Android kompatibel ist, bietet sich mit Apsalar an. In diesem Fall muss der Anwender ebenfalls ein SDK (Software Development Kit) in seine Applikation integrieren, das für die automatische Erfassung der Nutzerdaten sorgt. Was die Kernfunktionalität angeht, gibt es zwischen den beiden Lösungen kaum Unterschiede. So liefert Apsalar wertvolle Erkenntnisse über die App-Nutzung, Downloadzahlen und Umsätze, auf die Marketing-Verantwortliche und Produkt-Manager im Unternehmen bei der Planung von Kampagnen und Vermarktungskonzepten zurückgreifen können.

Preismodell: Die Standard-Features werden bei Apsalar kostenlos angeboten. Für die Business-Version müssen Kunden knapp 1.000 Dollar pro Monat auf den Tisch legen.

App Figures

App-Entwickler wollen nicht nur wissen, wie die eigene App bei den Nutzern ankommt und wie sie in der Praxis verwendet wird, sondern auch wie sie im Vergleich zur Konkurrenz steht. Abhilfe verspricht dabei App Figures. Der aus New York stammende Online-Dienst liefert detaillierte Erfolgsmetriken für eigene Apps wie etwa länderspezifische Store-Platzierungen und Nutzerbewertungen, die sich in die eigene Sprache übersetzen lassen. Darüber hinaus können öffentliche Informationen über beliebige Apps von Drittherstellern abgerufen werden. Anders als bei Flurry und Apsalar benötigt man in diesem Fall kein SDK in seine Applikation einzubauen. Nach der Anmeldung bei App Figures kann man seinen iOS- beziehungsweise Google-Developer-Account im System registrieren. Sämtliche App-Daten werden dann automatisch im System synchronisiert.

Preismodell: Der Dienst wird im Freemium-Modell angeboten: Bis zu fünf Apps können Anwender kostenlos in einer funktionell eingeschränkten Basis-Version auswerten. Das Premium-Paket mit weiterführenden Funktionen kostet ab knapp neun Dollar pro Monat.

AppTrace

Das Berliner Softwarehaus Adjust bietet mit AppTrace einen nützlichen Online-Dienst an, der ebenfalls viele interessante Store-Statistiken zur Verfügung stellt. Wie der Anbieter erklärt, werden dabei öffentliche Daten aus 155 Ländern ausgewertet. Ziel sei es, alle Apps, die in den Stores von Apple und Google verfügbar sind, in einer einheitlichen Rangliste zu erfassen, um eine plattformübergreifende Analyse des mobilen Marktangebots zu ermöglichen. Gibt man den Namen beziehungsweise die Identifikationsnummer einer beliebigen App, so erhält man interessante Details wie die App-Platzierungen in verschiedenen Ländern, Nutzerbewertungen, die Preishistorie und mehr. Ebenfalls praktisch sind bei diesem einfachen Dienst die länderspezifischen und globale Rankings. Dabei werden jeweils die Top-300 Apps aufgelistet. Nutzer können die Daten nach App-Kategorie, nach Veröffentlichungsdatum und weiteren Parametern zur besseren Übersicht sortieren.

Preismodell: AppTrace wird kostenlos angeboten. Um das Tool nutzen zu können, ist nicht mal eine Registrierung erforderlich.

Mopapp

App-Anbieter, die an Tools wie Apsalar, App Figures oder AppTrace interessiert sind, aber nicht nur die iOS- und Android-Ökosysteme, sondern auch andere mobile Plattformen analysieren möchten, sind bei Mopapp genau an der richtigen Adresse. Denn das System ist mit vielen mobilen Plattformen und Ad-Networks kompatibel. Dazu zählen die mobilen Betriebssysteme Windows Phone und Blackberry, sowie Werbenetzwerke wie etwa InMobi und Smatoo. Praktisch dabei: Die Daten der einzelnen App Stores werden in einer einheitlichen Reporting-Oberfläche automatisch auf einen gemeinsamen Nenner gebracht und miteinander verglichen.

Preismodell: Kunden können aus zwei Versionen auswählen. Die Developer-Version mit den Standard-Funktionen ist gratis. Für das Enterprise-Paket mit einigen Pro-Funktionen zahlen Kunden ab etwa 200 Dollar im Monat. In beiden Fällen ist die Anzahl der auszuwertenden Apps unbegrenzt.

App Annie

Eine weitere nützliche Marketing-Lösung für App-Anbieter, die Einblicke in die App Stores gewinnen möchten, ist App Annie. Der 2010 in San Francisco gestartete Online-Service zählt mittlerweile zu den Top-Anbietern im so genanten Bereich “App Store Intelligence”. Details zu diesem anspruchsvollen (und kostenlosen) Service finden Sie in unserem Beitrag “App Annie: Ausführliche App-Store-Statistiken”.